Gesundheitsprämie – Die Lösung der Probleme im Gesundheitswesen?
Effizient, sozial ausgewogen und kostensenkend – so könnte die Lösung vieler Probleme im Gesundheitswesen aussehen. Die Einführung einer Gesundheitsprämie könnte dem Bund helfen, über 4 Milliarden Euro gegenüber dem Status quo zu sparen, so zeigen Berechnungen, die das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) angestellt hat.
Damit die heutigen Kosten, die die gesetzlichen Krankenversicherungen zu tragen haben, ausgeglichen werden können, müsste die Gesundheitsprämie bei monatlich 250 Euro pro Bundesbürger liegen.
Außerdem könnte die Gesundheitsprämie mittelfristig die Probleme der Gesetzlichen Krankenversicherung weitgehend beheben. Sie sorgt für transparente Preise und eine kostenbewusste Nachfrage der Versicherten, denn die Prämie spiegelt letztlich wider, was eine medizinische Behandlung kostet. Für die Versicherten besteht damit der Anreiz, einen Tarif mit günstigem Versorgungsangebot zu wählen, wenn die Qualität des Tarifs gleich bleibt.
Hinsichtlich der sozialen Gerechtigkeit ist auch die Gesundheitsprämie weiterhin sozial gerecht. Zum einen spielt für die Versicherungskonditionen das persönliche Gesundheitsrisiko keine Rolle. Außerdem erhält derjenige, der die Prämie nicht aus eigener Tasche zahlen kann, einen Zuschuss vom Staat in Form eines steuerfinanzierten Sozialausgleichs. Nach Berechnungen des IW könnten dies etwa 38 Prozent der Haushalte betreffen. Kinder bleiben in dem System beitragsfrei, die monatliche Prämienzahlung gilt für jeden Erwachsenen ab 20 Jahre.
Der Wechsel von einer Beitrags- auf eine Prämienfinanzierung sorgt nach Meinung des IW nicht für zusätzliche Ausgaben der GKV. Durch den Anreiz, sich für eine effiziente und kostengünstige Versorgung zu entscheiden, werden die Ausgaben mittelfristig eher gebremst wachsen.