Private Krankenversicherung Nachteile

Die Private Krankenversicherung hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Gerade von provisionshungrigen Beratern werden oft nur die Vorteile bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung dargestellt. Zu einer guten Beratung gehört natürlich auch dazu, den Kunden auf die Nachteile der PKV hinzuweisen.

Familienversicherung

Die Private Krankenversicherung basiert nicht auf einer Solidargemeinschaft sondern auf dem Individualitätsprinzip. Im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung erfolgt deshalb auch keine kostenlose Mitversicherung der Kinder sowie des nicht berufstätigen Ehepartners. Jedes Familienmitglied muss deshalb einen eigenen Vertrag abschließen. Diejenigen Interessenten, die künftig mit mehreren Kindern planen, sollte sich zumindest aus Kostengründen überlegen, ob ein Verbleib in der Gesetzlichen Krankenversicherung mit einer Privaten Zusatzversicherung nicht sinnvoller ist.

Selektion

Die Private Krankenversicherung bietet nicht jeden Berechtigten einen Versicherungsschutz. Hat der Antragsteller bereits Vorerkrankungen, so kann sein Antrag möglicherweise abgelehnt oder mit hohen Risikozuschlägen akzeptiert werden. Dies sollte in jedem Falle vor einer Kündigung der Gesetzlichen Krankenversicherung geprüft werden.

Wartezeiten

Die Private Krankenversicherung bietet ihren Kunden oftmals bessere Leistungen als die Gesetzliche Krankenversicherung. Beachten sollten Interessenten jedoch, dass einige der Leistungen erst nach Ablauf von Wartezeiten übernommen werden. So kann beispielsweise beim Zahnersatz je nach gewähltem Tarif in den ersten Jahren eine Summenbegrenzung oder Wartzeit innerhalb der ersten Monate festgelegt sein. Ein spontaner Wechsel, um damit bessere Leistungen zu erzielen, ist somit nicht möglich.

Kosten

Die Private Krankenversicherung kann je nach Tarif und Voraussetzungen des Interessenten günstiger als die Gesetzliche Krankenversicherung sein. Maßgebend für die Gesetzliche Krankenversicherung ist das Einkommen des Versicherten. Bei der Privaten Krankenversicherung ist dies nicht der Fall und so bleiben die Kosten auch in Zeiten mit geringerem Verdienst, Zeiten der Krankheit oder während der Rente konstant bzw. werden einkommensunabhängig erhoben. Wer für diesen Fall keine ausreichenden Rücklagen bildet, kann in finanzielle Bedrängnis geraten.

Weiterhin besteht eine Beitragszahlungspflicht auch während des Erziehungs- und Mutterschaftsurlaub sowie längerer Krankheit von mehr als sechs Wochen.

Kostenerstattungsprinzip

Privatversicherte gehen bei Behandlungen ein direktes Vertragsverhältnis mit dem Arzt ein und sind auch für die Begleichung der Gebühren verantwortlich. Die Krankenkassen lassen den Versicherten hierbei viel Spielraum, so dass der Versicherte bei Nicht-Einreichen von Arztrechnungen die Versicherungsgebühren teilweise erstattet bekommt.

Dies kann sich für den Versicherten durchaus rechnen, bedeutet jedoch auch Arbeit und Vorkasse. Nachteilig ist, dass der Versicherungsnehmer als Vertragspartner des Arztes auch in dem Fall zahlungspflichtig ist, wenn die Private Krankenversicherung die Kostenübernahme ablehnen sollte. Der Patient geht also in jedem Falle in Vorkasse.

Wechsel

Die Private Krankenversicherung Wechselmöglichkeiten zu anderen privaten Versicherern (ab 2009 binnen sechs Monaten Wechsel in den Basistarif anderer Versicherer möglich, danach nur noch innerhalb der eigenen Versicherung) und zu einer gesetzlichen Krankenversicherung (nur wenn Einkommen unter Versicherungspflichtgrenze fällt)

Leistungsgarantie

Im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung gelten die zu Versicherungsbeginn vereinbarten Leistungen uneingeschränkt über die Dauer des Vertrags. Bei Kassenpatienten kann jederzeit eine Kürzung der Leistungen erfolgen.

Private Krankenversicherung im Vergleich

Fordern Sie jetzt einen kostenlosen Produkt- und Anbietervergleich zur Privaten Krankenversicherung an. Dieser Service ist für Sie völlig kostenlos und unverbindlich.

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu.