Pflegestützpunkte: Noch große Unterschiede in Qualität und Kundenservice
Er wurde im Jahr 2009 ins Leben gerufen – der Pflegestützpunkt für die Empfänger und Antragsteller von Pflegeleistungen. Ein Rechtsanspruch auf individuelle Beratung durch einen Pflegeberater machte diese Einrichtung notwendig. Die Pflegestützpunkte sollen Ratsuchenden Hilfe und Unterstützung bei sich anbahnender Pflegebedürftigkeit geben.
Ein erster Test der aufgebauten Pflegestützpunkte ergab fünf „gute“ Gesamtbewertungen. Der Stützpunkt Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin zeichnet sich auch durch eine „gute“ fachliche Beratungsleistung aus. Insgesamt zehn Stützpunkte erhielten die Bewertung „befriedigend“, einer „ausreichend“.
Im Rahmen des Tests traten die Tester als hilfsbedürftige Personen oder Angehörige auf und stellten den Beratern diverse typische Fragen. Hinsichtlich der Leistungen der Pflegeversicherungen kannten sich fast alle Mitarbeiter gut aus und konnten engagiert und fachkundig beraten. Besonders fundiert waren Auskünfte zu den Voraussetzungen für die Einstufung in eine bestimmte Pflegestufe. Weiterführende Hilfen waren allerdings nicht immer in zufriedenstellender Qualität erhältlich.
Einheitliche Qualitätsstandards gibt es in den Bundesländern bisher nicht. So findet man dann auch Pflegestützpunkte in Einkaufszentren, in Rathäusern oder in Pflegeeinrichtungen. Teilweise sind nur ein Mitarbeiter in der Beratung tätig, teilweise mehrere. 310 von insgesamt 600 geplanten Pflegestützpunkten sind derzeit aufgebaut, sie sind bei den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen bisher aber noch kaum bekannt. Hier ist durchaus noch Informationsbedarf von Krankenkassen, Kommunen und Bundesländern gegeben.