Wann lohnt sich die private Krankenversicherung für Selbständige?
Immer wieder werben die privaten Krankenversicherer mit günstigen Beiträgen. Doch ist die private Krankenversicherung langfristig wirklich günstiger?
Zwar können die Beiträge in jungen Jahren oftmals günstiger ausfallen, doch sind Versicherte der privaten Krankenversicherung im Alter allerdings häufig stärker belastet. Dies liegt vor allem daran, dass die gesetzliche Krankenversicherung ihre Beiträge an der Höhe des Einkommens bemisst. Da die Einkünfte in der Rentenzeit in der Regel niedriger ausfallen als in der aktiven Berufszeit, müssen ind der Gesetzlichen auch geringere Beiträge gezahlt werden.
Dies ist bei der privaten Krankenversicherung nicht der Fall. Die Stiftung Warentest geht vielmehr davon aus, dass die Beiträge eines 35 Jahre alten Neukunden der PKV, der in 30 Jahren in Rente geht, sich bis zur Rentenzeit mindestens verdreifacht und dann in etwa auf dieser Höhe bleibt.
Die Private Krankenversicherung kann laut Stiftung Warentest daher langfristig für viele Bürger teurer als die gesetzliche Krankenversicherung sein.
Die Stiftung Warentest empfiehlt daher, dass die Ersparnisse aus dem Wechsel von der gesetzlichen in die private Kasse mindestens so groß sein sollte, dass ein Kapital aufgebaut werden kann, welches ausreicht, um davon als Rentner 25 Jahre lang zwei Drittel des Beitrags zu bezahlen.
Für einen Selbständigen würde dies bedeuten, dass bei einem Monatsbeitrag von 274 Euro und Selbstbeteiligung von 550 Euro im Jahr seine maximale Belastung bei rund 320 Euro im Monat liegen würde. Mit 65 wird sie etwa bei 960 Euro liegen. Um nach der Regel der Stiftung Warentest 25 Jahre lang zwei Drittel bzw. 640 Euro finanzieren zu können, bräuchte er mit 65 Jahren 128.965 Euro und müsste somit 30 Jahre lang monatlich 204 Euro gespart haben. Seine Beitragsersparnis gegenüber der gesetzlichen Kasse sollte also zum Zeitpunkt des Wechsels entsprechend hoch sein.
Bedenken sollte man an dieser Stelle allerdings auch, dass die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung ebenfalls steigen, die Inflation oft auch zu höheren Gehältern führt und die zurückgelegten Gelder gewinnbringend angelegt werden können. Schließt man neben der gesetzlichen Kasse eine Zusatzversicherung ab, so steigt die monatliche Belastung nochmals.